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Prof. Dr. Rudolf Schieffer am 14. September 2018 verstorben

Bildnachweis: AWK NRW/Andreas Endermann

Der Konstanzer Arbeitskreis trauert um seinen ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden Prof. Dr. Rudolf Schieffer. Er ist in seinem 72. Lebensjahr am 14. September 2018 in Bonn verstorben.

Dem Arbeitskreis gehörte Rudolf Schieffer seit 1992 an und war in der Zeit von 2005 bis 2013 Mitglied in dessen Vorstand. In dieser Zeit und darüber hinaus hat er mit seinen stets prägnanten und an den Standards einer quellenbasierten Mittelalterforschung orientierten Äußerungen ebenso wie mit seiner Schaffenskraft sehr prägend auf den Arbeitskreis eingewirkt.

Als Tagungsveranstalter hat sich Rudolf Schieffer im Herbst 2001 zum 50jährigen Jubiläum der frühen Gründung des Konstanzer Arbeitskreises betätigt, als er zusammen mit Peter Moraw „Die deutschsprachige Mediävistik im 20. Jahrhundert“ von mehreren Fachkollegen würdigen ließ. Er selbst beteiligte sich an dieser Umschau mit einem Beitrag zu „Weltgeltung und nationaler Verführung. Die deutschsprachige Mediävistik vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1918“. Der Band ist 2005 erschienen. Eine weitere Tagung hat Rudolf Schieffer im Frühjahr 2007 zusammen mit Theo Kölzer organisiert. Gewidmet war sie dem Thema „Von der Spätantike zum Frühmittelalter. Kontinuitäten und Brüche, Konzeptionen und Befunde“, und damit einem seiner eigenen Forschungsschwerpunkte. Dieser Band ist 2009 erschienen. Im selben Jahr wurde auch die von Gabriela Signori und Rudolf Schieffer herausgegebene Gedenkschrift für Arno Borst in der Reihe der Vorträge und Forschungen Sonderbände publiziert. Mit seinem Aufsatz über „Arno Borst und die Monumenta Germaniae Historica“ hat Rudolf Schieffer in seiner Funktion als Monumenta-Präsident, die er von 1994 bis 2012 innehatte, die wissenschaftlichen Verdienste des ehemaligen Konstanzer Kollegen gewürdigt. An vielen weiteren Tagungen war Rudolf Schieffer mit Vorträgen und Beiträgen beteiligt, zuletzt an dem von Matthias Becher herausgegebenen Band über die „Die mittelalterliche Thronfolge im europäischen Vergleich“ mit einem Aufsatz über die „Ausbreitung der Königssalbung im hochmittelalterlichen Europa“. Ein weiterer Beitrag zum Thema „Karl der Große und Otto der Große als Eroberer“ wird in einem der nächsten Vorträge und Forschungen-Bände erscheinen.

Das Wirken von Rudolf Schieffer für den Konstanzer Arbeitskreis war eingebettet in sein unermüdliches und sich auf viele weitere Organisationen und Institutionen erstreckendes Engagement für die historische Mittelalterforschung. Der Verlust ist für den Konstanzer Arbeitskreis wie für die gesamte historische Mediävistik gleichermaßen schmerzlich.

Der Konstanzer Arbeitskreis wird Rudolf Schieffer ein ehrendes Gedenken bewahren.

Nachruf auf Prof. Dr. Rudolf Schieffer von Prof. Dr. Claudia Zey

bio-bibliographischen Abriss zu Rudolf Schieffer, aus: Petersohn, Jürgen (Hg.), Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte 1951-2001. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation, bearbeitet von Jörg Schwarz (Veröffentlichungen des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte aus Anlaß seines fünfzigjährigen Bestehens 1951-2001, Bd. 2), Stuttgart 2001, S. 341-347.